Erfinderpreis für „Zauberwatte“?

Superschwamm von Deurex für Erfinderpreis nominiert

Die „Zauberwatte“ der Deurex AG aus Zeitz saugt Öl und Chemikalien aus Wasser auf. Nun ist sie für den Europäischen Erfinderpreis nominiert. Knapp 160.000 Erfindungen werden jährlich beim Europäischen Patentamt angemeldet. In der Kategorie „Kleine und mittelständische Unternehmen“ sind Günter Hufschmid und seine Deurex AG einer von drei Finalisten. Am 15. Juni wird der „Oscar der Tüftler“ in Venedig verliehen. Die Mitarbeiter des Europäischen Patentamtes waren skeptisch. Eine Watte, die kontaminiertes Wasser reinigt; die Öl, Diesel oder Chemikalien aufsaugt wie ein Schwamm, und das derart gründlich, dass das Wasser im Anschluss praktisch sogar wieder trinkbar ist?

Erfinderpreis für eine Watte, die kontaminiertes Wasser reinigt; die Öl, Diesel oder Chemikalien aufsaugt wie ein Schwamm, und das derart gründlich, dass das Wasser im Anschluss praktisch sogar wieder trinkbar sein soll.

Quelle: DEUREX AG

Den Experten in Brüssel klang das zu phantastisch, sie lehnten die Patentanmeldung ab, die Günter Hufschmid, Geschäftsführer der Deurex AG aus Zeitz in Sachsen-Anhalt, eingereicht hatte. Was tun? Prozessieren? Lieber ist Ernst Krendlinger, Chemiker in dem Zeitzer Unternehmen, nach Brüssel gereist und hat praktisch vorgeführt, wie einfach die Watte funktioniert. Einschließlich der Trinkprobe des gereinigten Wassers.Die Patentanwälte waren derart beeindruckt, dass sie das neuartige, wachshaltige Bindemittel Deurex Pure nicht nur angenommen haben. Sie haben es auch für den Europäischen Erfinderpreis 2017 nominiert. In der Kategorie „Kleine und mittelständische Unternehmen“ sind Günter Hufschmid und seine Deurex AG einer von drei Finalisten. Die „Zauberwatte“ aus Sachsen-Anhalt ist etwas Besonderes. Sie sieht tatsächlich aus wie Watte, leicht und weiß. Sie entsteht aus Wachs unter hohem Luftdruck. Doch sie kann mehr als normale Watte. „Günter Hufschmids bahnbrechende Innovation hat das Potenzial, neu zu definieren, wie Öl- und Chemikalienverschmutzungen bewältigt werden“, sagt EPA-Präsident Benoît Battistelli. „Mit ihrer Fähigkeit, schädliche Substanzen zu entfernen, nutzt die Erfindung der Umwelt und denjenigen, deren Existenz von dieser abhängt.“ Beim Hochwasser 2013 an der Elbe und auch in Süddeutschland ist die Erfindung schon zum Einsatz gekommen, um ausgeschwemmtes Heizöl zu binden. Eine Umweltorganisation reinigt bereits das ölverpestete Nigerdelta in Nigeria mit der Watte. Eine weitere Anwendung ist der Schutz vor Ölunfällen in Windenergieanlagen.

Weitere Informationen zu dem Bindemittel finden Sie hier.

Anne Schaar

Gepostet von: Anne Schaar

Redakteurin des Magazins wlb

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