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Abluftbehandlung in der Entsorgungsindustrie

Abluftbehandlung in der Entsorgungsindustrie

Gerüche kostengünstig eliminieren

Die UV-/Ozon-Technologie der Oxytec GmbH sorgt in Entsorgungsindustrie dafür, dass mit Keimen, Mercaptanen, Aminen und H2S belastete Abluftströme schnell und vollständig gereinigt werden. Biofilter oder Wäscher arbeiten hier häufig an der Grenze der Belastbarkeit. Das alternative Verfahren zur Abluftbehandlung kann gegebenenfalls durch einen nachgeschalteten Katalysator ergänzt werden.

Insbesondere in der Entsorgungsindustrie entstehen große, mit Keimen, Mercaptanen, Aminen und H2S belastete Abluftströme. Biofilter oder Wäscher arbeiten hier häufig an der Grenze der Belastbarkeit. Ein alternatives Verfahren zur Abluftbehandlung ist die UV-/Ozon-Behandlung von Abluftströmen, gegebenenfalls ergänzt durch einen nachgeschalteten Katalysator.
Das Verfahren basiert zunächst darauf, dass die UV-Wellenlänge des Lichts mit 185 nm die stabilen Kohlenstoffmolekül­ketten „aufcrackt“ und mit der Wellenlänge des Lichts aus dem Sauerstoffanteil der ­Abluft gleichzeitig Ozon produziert.

Quelle: Oxytec GmbH

Raumluftreiniger für den Dauerbetrieb (Quelle: Oxytec GmbH)

Das UV-/Ozon-Verfahren weist im Vergleich zu Biofiltern zwei wesentliche Vorteile auf: Die Abluft ist zu 99,9 % keimfrei und die Betriebskosten sind niedrig: Ein durchschnittlicher Abluftstrom von 20 000 m³/h kann bereits mit ca. 2 €/h Wartungskosten und ca. 17 kW Betriebskosten (ohne Berücksichtigung der Betriebskosten eines Ventilators) geruchsneutral gestellt werden. Das durch die Reinigung der Anlage anfallende Abwasser ist minimal und kann auf täglich max. 100 l abgeschätzt werden.
Die H2S-Verbindung wird durch die Wellenlänge des Lichts in H2 und SO2 bzw. SO3 ­umgewandelt. Es bilden sich Wasser und H2SO3 bzw. H2SO4. Aber auch bei den ­Dimethylsulfid-Verbindungen (DMS) lassen sich die aufgecrackten Stoffe wieder im Wasser lösen.
Schwefelablagerungen als Restprodukt des Oxidationsprozesses finden sich ins­besondere auf den Lampen innerhalb der UV-/Ozonanlage wieder, die jedoch durch den täglichen Waschvorgang automatisch entfernt werden. Auch im Katalysator lassen sich Ablagerungen von Schwefel in der Kohle nachweisen. Diese sind jedoch geruchsneutral und können durch einfaches Auswaschen der Kohle entfernt werden. Im Rahmen der CIP-Reinigung der UV-/Ozonröhren entsteht als Abwasser stark verdünnte Schwefelsäure. Beim Katalysator sind es nur die Kondensate, die als ebenfalls verdünnte Schwefelsäure abgeführt werden.

Problem Kläranlagen

Das UV-/Ozon-Verfahren eignet sich in ­besonderem Maße bei Kläranlagen zur ­Beseitigung von Gerüchen. Herkömmliche Verfahren zur Eliminierung von H2S-hal­tiger Abluft in Kläranlagen bestehen häufig aus den bekannten Abluftwäschern. Dadurch ergibt sich nicht nur ein erheblicher Aufwand beim Handling der notwendigen chemischen Mittel, sondern auch bei der Installation des Wäschers und der dazugehörigen Pumpen. Hinzu kommt ein hoher Platzbedarf. Als Alternative bietet sich die UV-/Ozon-Technologie mit nachgeschaltetem Katalysator an, die die teils hohe H2S-Be­lastung unter den Geruchsschwellenwert bringt. Das im System erzeugte Ozon bewirkt eine dauerhafte Regeneration des nach­geschalteten Katalysators. Entsprechend muss der Katalysatorinhalt weniger häufig ausgetauscht werden. Der Reinigungseffekt liegt abhängig von der Anforderung bei ­
90 bis 99,9 %.

Beispiel Kläranlage Verden

Die Abluftbehandlung im Zulaufbereich der Kläranlage Verden (Aller) wurde aus räumlichen Gründen verlegt und optimiert. In diesem Zusammenhang sollte eine komplette, betriebsbereite UV-/Ozon-Anlage ­als Ersatz für die vorhandenen chemischen Wäscher, die den Anforderungen eines ­sicheren und wartungsarmen Betriebes nicht entsprachen, installiert werden. Bislang wurde die Abluft der Flotation, des ­belüfteten Sandfangs und eines Teils des Rechengebäudes mittels Sauggebläse abgesogen und einer zweistufigen oxidativen Gaswäsche nach dem Fresenius S-KT-Verfahren zugeleitet. Dabei wurden folgende Luftmengenbehandelt: aus der Flotationsanlage 970 m³/h, aus dem belüftetenSandfang 1020 m³/h und aus dem Rechenge­bäude 3685 m³/h. Die Rohgaswerte wurden bei der maximalen Geruchsstoffkonzen­tration 15 000 Geruchseinheiten (GE)  und bei H2Smax mit 100 ppm ermittelt (H2Smittel 30 ppm.)
Im Reingas zeigte sich, dass H2S voll­ständig abgebaut (99 %) werden konnte und die Geruchseinheiten im Wesentlichen unterhalb von 500 GE blieben. Interessant sind die Ergebnisse vor allem auch deswegen, weil mit dieser Technologie auf den Bau hoher Schornsteine verzichtet werden kann. Die Reduktion auf mindestens 500 GE erlaubt ein Abblasen der gereinigten Luft in geringer Höhe. Zum Vergleich: Eine Tasse Kaffee hat ca. 300 Geruchseinheiten.


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Veröffentlicht von

Inga Ronsdorf

Redakteurin bei den Fachzeitschriften wlb UMWELTTECHNIK und VERFAHRENSTECHNIK

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